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Land-Art, Natur-Kunst PDF Drucken E-Mail

Sarah Liechtenstein

 

Seit 1986 als freischaffende

 Projektkünstlerin tätig.

 Sarah Liechtenstein


Einleitung

Mit Bedacht erspüre ich Orte in der Landschaft, die bereit sind, aufzunehmen oder abzugeben. Verbinde mich mit den vier Elementen Luft, Feuer Wasser und Erde.

Als „Waldmensch“ lese ich Spuren, sammle Fundstücke, lasse mich ein auf das große Spiel der Natur im Zusammenspiel mit dem Menschen. Ich entdecke geheimnisvolles Leben, sichtbar gemacht durch Liebe, Stille, Licht und Schatten.

Torso unbeschreiblich weiblichSarah Liechtenstein, Torso „unbeschreiblich weiblich“, Installation unmittelbar an der Fundstelle in Frankreich, Material: Holz Naturpigment (1986)

Juni, Juli, August 1986 erste Natur-Art-Installationen nähe Biarritz/Frankreich in einem Waldstück am Atlantischen Ozean.

 

Hauptteil

Kunstgeschichtlich ordnet man die Land-Art den 60er Jahren zu. Diese Kunst hat eine gesellschaftskritische Komponente. Dem Besitzbürgertum wollten die Kunst- schaffenden kein neues Konsumgut mehr liefern.

Damit die Kunstwerke nicht nur als Spekulationsobjekte betrachtet werden, wurden gigantische Erdbauwerke in den abgelegenen Wüstengebieten Nordamerikas aufgebaut.

Robert SmithsonRobert Smithson, Spiral Jetty, Great Salt Lake, Utah (1970)

Diese Kunstwerke passten in keine Galerie und in kein Museum. Sie waren nicht zu transportieren, nicht käuflich zu erwerben, noch waren sie dauerhaft. Es wurden auch keine Foto- und Filmaufnahmen gestattet.

Wenn jemand die Kunstwerke sehen wollte, so musste er sich auf die Reise begeben und sie unter freiem Himmel bei Wind und Wetter mit all seinen Sinnen erleben.

Die Kunstwerke waren allen klimatischen Heraus- forderungen ausgesetzt und wurden selbst zur Landschaft.


Im Zuge der Ökobewegung und zu Beginn der 70er-Jahre entwickelte sich in Europa die Natur-Kunst. Es waren feinfühlige Installationen und Szenen von Vergänglichkeit, die an besondere Plätze in die Natur gestellt werden.

Indianisches MandalaSarah Liechtenstein, Indianisches Mandala, Frankreich, zur Verehrung der 4 Jahreszeiten, der 4 Himmelsrichtungen und der 4 Elemente, Material: Tannenzapfen (1986)

Bei der Environmental-Art (Klima-Kunst) beschäftigen sich die Künstler und Künstlerinnen mit dem Klima. Sie sind daran interessiert, mit Pädagogen, Erziehern, Wissen- schaftlern und anderen Gruppierungen zusammen- zuarbeiten.

In künstlerischer Art und Weise stellen sie Ökosysteme wieder her und arbeiten mit ihrer Kunst an besseren klimatischen Bedingungen.

Agnes Denes WeizenfeldWheatfield--A Confrontation: Battery Park Landfill, Downtown Manhattan, 1982, cibachrome, 16 x 20 in., photograph by John McGrail, (c) 1982 Agnes Denes

Zitat aus „Paradise International Art Center“

Es ist keine Frage der Tiefe von klimatischen Katastrophen und Krisen. Klimatische Krisen und

 

Krankheiten sind das Resultat vieler Änderungen in der Natur und eines Mangels an gutem Verhalten und Ausbildung. Eine reine Welt gehört einem reinen Wesen, aber die Verunreinigung der Natur kommt von der Verunreinigung der menschlichen Seele.

Der Fokus der Klima- und Natur-Kunst kann sein, die Tatsache zu verdeutlichen, dass wir nicht alleine sind und nicht alles uns gehört. Alles was wir erlernen müssen ist die Umweltverschmutzung weitgehendst zu stoppen.

Schließlich müssen wir erkennen, dass wir ein Teil von „Mutter Natur“ sind, durch einen Dialog mit der Natur und unserem Klima können wir lernen, wie wir uns verhalten müssen. Durch diese Interaktion können wir unsere Kultur anreichern und verursachen dadurch ein neues und ideales Klima.

Aktuelle Situation 2007

Natur- und Umweltbedingungen ändern sich im großen Stil. Meine Aufgabe als Künstlerin sehe ich beim Erwecken des Interesses an Naturkräften und dem Wiederherstellen sensibelster Natur-Kunst Zusammenhänge.

  1. Bewusstseinsentwicklung
    • durch das Erlernen der Beobachtung von Naturkreisläufen.
    • durch das Sammeln von Naturmaterialien im Wald, am Fluß, oder am bayerischen Meer.
    • durch das Installieren von reinen Naturmaterialien zum Beispiel in Wäldern, Tälern und Auen an Flußläufen, Tümpeln und Senken und deren längerfristige Begleitung (Foto und Film).
    • durch das Beobachten sämtlicher „Stirb und Werde“ Verfalls- und Zersetzungsvorgänge.
  2. Mit allen Sinnen die Natur und Naturzusammenhänge erfahrbar machen.
    • mein Unterrichtskonzept ist überwiegend praktisch ausgerichtet. Direktes Lernen in und mit der Natur.
    • sensibles Empfinden, Fühlen, Tasten, Sehen lernen, Stille zulassen.
  3. Beobachten sensibel Eingreifen lernen und wie bei der Environmental-Art Klimasysteme wieder herstellen.
  4. Den Einheitsbewusstseinsprozess Mensch Natur fördern
  5. Brücken bauen zwischen der menschlichen Zivilisation und der Natur

SteinmandalaSarah Liechtenstein, Sand- und Steinmandala, in einer Senke am Kaisergebirge (2001)

 

Das Abenteuer „Natur“ beobachten von Licht und Schattenspielen im Wald. Beobachten der Schnecken, die meine mit Naturpigmenten gemalten Skizzen zerfressen.

Eichhörnchen, die nach dem Entfernen der Samen die Tannenzapfen wie Fischgerippe zurücklassen.

Das Suchen von besonderen Naturfundstücken und Erfahren von besonderen Orten.

Drei Monate erleben im Wald mit allen dabei entstehenden Herausforderungen.

Der Kampf mit den Elementen.

Sterben/Neugeburt, Bedrohungen/Wunder, schwere Unwetter und dann das goldene Licht, das alles überflutet, umhüllt und jeden Trennungsschmerz vergessen macht.

Kunstwerke hinterlassend, die den Urelementen ausgesetzt sind und sich weiterentwickeln, bis zu ihrem Zerfall und dann wiedereingehen in neue Naturkreisläufe.


Unterrichtskonzept

  1. Einführung, Kennenlernen, Vorstellung, Erfragen, Herausfinden, was an Erfahrung vorhanden ist.
    • Worauf kann ich als Künstlerin aufbauen.
    • Was ist das Potential meiner Schüler/Studenten/Kursteilnehmer.
    • Was erwarten die Teilnehmer von dem Kurs.
    • Auf die Erwartungshaltung der Teilnehmer sensibel eingehen, indem ich ihr vorhandenes Potential erkunde und darauf aufbaue.
  2. Beobachtende Exkursionen an schönen Naturplätzen.
    • Exkursionen, die nur der Beobachtung der Natur dienen.
    • Bewusstmachung der Zerstörung von Naturgebieten.
    • Phantasieausweitung der Teilnehmer für Naturzusammenhänge.
  3. Gestaltende Exkursionen
    • Impulse setzen durch sichtbare Veränderung der Naturgegebenheiten.
    • Unterschiede erkennen lernen.
    • Die Zerstörung durch die Natur
    • Die Zerstörung durch den Menschen
    • Essentielle Erfahrungen in der Wildnis
  4. Theorie
    • Einführung
    • Geschichtlicher Rückblick
    • Das zentrale Anliegen der Land-Art
    • Techniken der Land-Art
 

Zeitkonzept als Gesprächsgrundlage

Vormittags von 10-12 Uhr Kunsttheorie und Einführung in Land-Art Techniken

Zwei ganze Tage von 10-17 Uhr Exkursionen an Naturschauplätze in Bad Reichenhall und Umgebung

Eine Woche im Wald leben.

Exkursionen nähe Bad Reichenhall, z.B. 1 Woche leben und arbeiten im Wald am Untersberg.

Naturkunst SteinUnbekannter Künstler, Naturkunst Stein, Photo Kreta (1998)

Weitere Exkursionen ins Ausland Leben in direkter Natur Installieren von Land-Art Kunst:

  • 2 Wochen Türkei an den Küsten der türkischen Ägäis
  • 2 Wochen Leben in der Wüste (Sahara)
  • 2 Wochen Exkursionen nach Mauritius (Wasserfälle, Seen, tropischer Wald)